LANXESS wird erneut in der CDP Climate A List geführt und hält zugleich den Lieferkette EcoVadis Gold-Status. Solche Bewertungen sind für die Spezialchemie Klimastrategie längst mehr als Reputationspflege, sie prägen Einkauf, Finanzierung und Standortdebatten.
LANXESS steht zum siebten Mal in Folge auf der CDP Climate A List und erreicht damit nach eigenen Angaben ein Spitzenergebnis im weltweiten Vergleich. Der Spezialchemie-Konzern ordne sich damit in eine kleine Gruppe von Unternehmen ein, die ihre Klimadaten besonders umfassend offenlegten und Fortschritte nachweisbar machten. CDP habe vor allem Strategie, Ziele und Maßnahmen zur Emissionssenkung sowie Aspekte der Governance und der Wertschöpfungskette positiv bewertet.
Hinter der Note stehe weniger ein einzelnes Projekt als die Frage, ob ein Unternehmen planvoll steuere und transparent berichte. CDP lege Wert auf belastbare Strategien, wissenschaftsbasierte Ziele und einen aktuellen Klimaschutzplan, der sich in der Praxis wiederfinde. Zusätzlich habe LANXESS beim Wassermanagement mit A- die zweitbeste Einstufung erreicht, was angesichts zunehmender Wasserknappheit in vielen Regionen als Signal an Behörden, Anwohner und Industriepartner gelesen werden kann. Zugleich bleibt es eine Momentaufnahme, weil Ratings stark davon abhängen, wie konsistent Daten erhoben und offengelegt werden.
Lieferketten-Ratings werden zur harten Währung im Einkauf
Auch beim Lieferkette EcoVadis Gold-Label kann LANXESS auf Kontinuität verweisen, mit 83 von 100 Punkten habe sich der Konzern gegenüber dem Vorjahr verbessert. EcoVadis ordne LANXESS damit unter die besten zwei Prozent der bewerteten Unternehmen ein, was vor allem in globalen Beschaffungsprozessen Gewicht hat. Viele Großkunden verlangten inzwischen standardisierte Nachweise, um Risiken in der Lieferkette systematisch zu bewerten und eigene Vorgaben gegenüber Investoren und Öffentlichkeit abzusichern.
In der Praxis verschiebt sich damit die Verhandlungsmacht, weil Ratings wie diese in Ausschreibungen als Eintrittskarte fungieren können. Ein gutes Profil kann Prozesse beschleunigen, ein schwaches Ergebnis kostet Zeit, Geld oder Aufträge, selbst wenn Produkte technisch überzeugen. Dass LANXESS beide Systeme parallel bedient, deutet darauf hin, dass der Konzern Nachhaltigkeitsrating nicht nur als Kommunikationsaufgabe, sondern als Steuerungsgröße für Beschaffung und Kundenbeziehungen versteht. Vorstandsmitglied Hubert Fink kommentiert: „Die jüngsten Bewertungen von CDP und EcoVadis bestätigen, dass wir mit unserem Fokus auf Nachhaltigkeit international Maßstäbe setzen“.
CDP und EcoVadis setzen Standards, ersetzen aber keine eigene Prüfung
CDP sammelt jährlich Daten zu Treibhausgasemissionen, Wassermanagement und weiteren Umweltfeldern und gilt in vielen Unternehmen als Referenz für Vergleichbarkeit. EcoVadis wiederum ist auf die Lieferkettenbewertung spezialisiert und wird häufig genutzt, um Mindeststandards zwischen Auftraggebern und Zulieferern zu definieren. Für den Markt ist das hilfreich, weil externe Prüfrahmen die oft unübersichtliche Nachhaltigkeitsberichterstattung strukturieren, gerade in Branchen mit komplexen Wertschöpfungsketten wie der Spezialchemie.
Gleichzeitig sollten solche Scores nicht als endgültiges Urteil missverstanden werden, weil sie stark von Methodik, Dokumentationstiefe und Abgrenzungen abhängen. Sie sagen viel darüber aus, wie gut ein Unternehmen Prozesse beschreibt und steuert, aber weniger darüber, wie schnell sich reale Emissionen in absoluten Zahlen verändern. Für LANXESS dürfte die strategische Bedeutung dennoch wachsen, weil Kapitalgeber, Versicherer und Kunden immer häufiger klare, vergleichbare Kennzahlen verlangen. Wer bei CDP Climate A List und Lieferkette EcoVadis Gold sichtbar bleibt, kann sich Wettbewerbsvorteile sichern, muss aber zugleich mit einer wachsenden Erwartung leben, dass die Kurve der Emissionssenkung dauerhaft nach unten zeigt.
Quellenhinweis:
Der Artikel basiert auf einer Pressemitteilung von LANXESS, die von unserer Redaktion um weitere Informationen ergänzt wurde.


