AUMOVIO, seit der Continental Abspaltung 2025 als eigenständiges Unternehmen unterwegs, richtet seine internen Systeme auf eine Cloud-Architektur von SAP aus. Dahinter steckt weniger ein reines IT-Upgrade als die Frage, wie schnell sich ein globales Mobilitätsgeschäft nach einem Carve-out stabil und steuerbar aufstellen lässt.
AUMOVIO setzt dabei auf AUMOVIO SAP Cloud ERP in einer Private-Cloud-Variante und ergänzt die Plattform um Werkzeuge für Daten, Planung und Prozesssichtbarkeit. Genannt werden SAP Business Data Cloud, SAP Integrated Business Planning und SAP Signavio. In der Logik solcher Programme geht es um Cloud-Migration, aber auch um Governance, weil nach einer Trennung Strukturen, Verantwortlichkeiten und Zahlenwerke oft erst wieder zusammengeführt werden müssen. Dass AUMOVIO zugleich Technologien von Sensoren bis zu Plattformen für autonomes Fahren adressiert, erhöht den Druck, Datenflüsse und Kernprozesse zu vereinheitlichen.
Der CIO Thorsten Pache verbindet den Schritt mit einem umfassenden Umbau der Abläufe und sagt: „Der Schritt in die Cloud und die neuen Lösungen werden unsere Abläufe grundlegend verändern“, erklärt Thorsten Pache, CIO von AUMOVIO. Solche Aussagen gehören zum Standardrepertoire großer Transformationsprojekte, dennoch trifft der Kern einen realen Engpass der Branche. Ohne konsistente Stammdaten und saubere Prozesse bleiben Entwicklungszyklen langsam, Entscheidungen werden teuer, und internationale Standorte arbeiten aneinander vorbei. In diesem Sinne ist die AUMOVIO digitale Transformation vor allem ein Versuch, nach der Continental Abspaltung 2025 das operative Fundament für Wachstum und neue Produktzyklen zu legen.
Eine einheitliche Datenbasis entscheidet zunehmend über Tempo und Haftbarkeit im Mobilitätsgeschäft.
Die SAP Business Data Cloud soll Informationen über das globale Netzwerk hinweg zusammenführen und so eine Form von Datenharmonisierung ermöglichen, die in Echtzeitdaten münden kann. Für ein breiteres Publikum lässt sich das so übersetzen: Statt vieler widersprüchlicher Tabellen und Systeme soll eine verlässliche Sicht auf Zahlen, Teile, Kunden und Prozesse entstehen. In der SAP Cloudsuite Automobilindustrie ist das längst ein strategischer Hebel, weil vernetzte Funktionen, Software-Updates und Assistenzsysteme nicht nur Technik, sondern auch Dokumentation und Nachvollziehbarkeit verlangen. Je stärker Fahrzeuge und Zulieferketten digital gekoppelt sind, desto eher wird Datenqualität zur Voraussetzung für Wettbewerb und Compliance.
Planung und Prozessanalyse sollen Lieferketten robuster machen, doch der Erfolg hängt an der Umsetzung.
Mit SAP Integrated Business Planning will AUMOVIO mehr Transparenz über Bedarfe, Bestände und Kapazitäten erreichen und damit die Lieferkettenplanung verbessern. Nach den Krisenjahren der Industrie ist das ein nüchternes Ziel: Wer Komponenten weltweit beschafft, braucht belastbare Prognosen und schnelle Reaktionsfähigkeit, sonst gerät die Produktion ins Stocken und Entwicklungspläne werden Makulatur. SAP Signavio soll zusätzlich Prozessanalyse liefern, also sichtbar machen, wo Abläufe bremsen oder Medienbrüche entstehen. Für SAP Cloudsuite Automobilindustrie und für AUMOVIO SAP Cloud ERP ist das ein plausibler Ansatz, nur bleibt die harte Arbeit klassisch: Daten müssen bereinigt, Organisationen umgebaut und Standards weltweit durchgesetzt werden. Genau daran messen Investoren und Kunden letztlich, ob die AUMOVIO digitale Transformation mehr ist als ein neues Systemetikett.
Quellenhinweis:
Der Artikel basiert auf einer Pressemitteilung von SAP, die von unserer Redaktion um weitere Informationen ergänzt wurde.

