„Chefs in Town Düsseldorf“ stärkt Gastronomie und Stadtprofil mit Rekordbeteiligung

Düsseldorf hat Ende September 2025 drei Tage lang gezeigt, wie sehr Gastronomie heute mehr sein kann als nur Genuss. Beim Festival „Chefs in Town“ wurden nach Angaben der Veranstalter Tausende Menschen in der Stadt erreicht – mit Programmpunkten, die von Sterne-Küche bis zu niedrigschwelligen Formaten reichten. Hinter dem Event steht mit der METRO AG ein Konzern, der aus dem Format mehr machen will als ein PR-Wochenende: eine sichtbare Bühne für eine Branche unter Druck.

Die zweite Ausgabe von „Chefs in Town“ ist in Düsseldorf in eine Größenordnung gewachsen, die über ein klassisches Food-Event hinausweist. Mehr als 200 Programmpunkte, rund 60 Köchinnen und Köche sowie über 100 beteiligte Betriebe wurden genannt – verteilt über die ganze Stadt, vom Hotel bis zu Bildungs- und Sozialeinrichtungen. Das ist nicht nur ein Indikator für die Attraktivität urbaner Erlebnisformate, sondern auch für den Wunsch der Branche, wieder stärker als gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Akteur wahrgenommen zu werden. In diesem Sinne wirkt Chefs in Town Düsseldorf wie ein Schaufenster: für neue Konzepte, aber auch für die Frage, wie sich Gastronomie als Arbeitsmarkt und Kulturfaktor neu legitimiert.

Dass dabei Fine Dining neben Streetfood stehen konnte, war weniger ein Stilbruch als Teil des Prinzips. Gerade die Gleichzeitigkeit vieler Formate – von kleinen Spezialabenden bis zu größeren Treffpunkten – passt zu einer Branche, die zunehmend von Vielfalt lebt, aber gleichzeitig an Personal, Kosten und Planbarkeit zu knabbern hat. Der Rekordcharakter, den die Initiatoren betonen, lässt sich deshalb auch als Signal lesen: Solche Stadtformate können Aufmerksamkeit bündeln, die im Alltag der Betriebe oft fehlt. Für Düsseldorf Gastro-Förderung ist das attraktiv, weil es Wirtschaftspolitik im Eventgewand ermöglicht.

METRO positioniert das Gastro-Festival als strategisches Werkzeug, nicht nur als Event

Als Initiatorin nutzt die METRO AG das Wochenende erkennbar, um ihre Nähe zur Branche zu demonstrieren – und zugleich, um ein Netzwerk aus Stadt, Kammern und Verbänden sichtbar zu machen. Unterstützt wurde das Format laut Mitteilung unter anderem durch die Stadt Düsseldorf, die IHK und den DEHOGA Nordrhein; auch Coca-Cola wird als Partner genannt. In der Summe entsteht daraus eine Art lokale Branchenallianz, die für die öffentliche Wahrnehmung entscheidend sein kann: Wenn viele Institutionen gemeinsam auftreten, wird aus einem Festival leichter ein Standortthema. Genau hier liegt die strategische Logik hinter dem METRO Gastro-Festival.

METRO-CEO Steffen Greubel habe das Format als überregional strahlkräftig beschrieben und betont, dass unterschiedliche Akteure sich für neue Ansätze zusammenschließen müssten. Subtext: Wer Gastronomie fördern will, braucht mehr als Kampagnen – er braucht Kooperation und eine Bühne, die groß genug ist, um Nachwuchs, Betriebe und Politik zusammenzubringen. In einer Zeit, in der der Wettbewerb um Arbeitskräfte und konsumfreudige Gäste härter wird, kann ein sichtbares Format für einen Großhändler zudem als Standort- und Kundenbindungsinstrument wirken. Für die METRO AG ist das Festival damit weniger Folklore als ein Mittel, das eigene Geschäftsumfeld zu stabilisieren – und die Rolle als Branchenpartner zu betonen.

HoReCa Nachwuchsgewinnung wird zur zentralen Bewährungsprobe der Branche

Auffällig ist, dass „Chefs in Town“ nicht nur um Teller und Trends kreist, sondern ausdrücklich um Arbeit, Ausbildung und Teilhabe. Die Veranstalter stellten das Ziel heraus, Begeisterung für kulinarische Vielfalt auch als berufliche Perspektive zu wecken – eine Formulierung, die im Kern auf den Engpass verweist: Ohne Personal und Nachwuchs bleibt selbst das beste Konzept Theorie. Die HoReCa Nachwuchsgewinnung steht damit im Mittelpunkt eines Events, das sonst leicht als Genussfestival missverstanden werden könnte. Gerade diese Verschiebung vom Konsum- zum Strukturthema macht die Sache für eine Stadt wie Düsseldorf relevant.

Dazu passten Formate, die laut Mitteilung über klassische Restaurant-Inszenierungen hinausgingen: etwa Aktionen mit Kindern, Diskussionsrunden und die Einbindung eines Berufskolleg-Umfelds, in dem Auszubildende mit Profis kochten. Das sendet zwei Botschaften zugleich: Erstens, dass Nachwuchsarbeit nicht nur in Betrieben, sondern im Zusammenspiel mit Bildungseinrichtungen und Initiativen funktioniert. Zweitens, dass Imagearbeit heute auch über Sichtbarkeit von Rollenbildern läuft – etwa, wenn Förderung von Frauen und jungen Talenten als gesellschaftlich relevant markiert wird. So wird HoReCa Nachwuchsgewinnung nicht als Randthema behandelt, sondern als Kernfrage, ob Gastronomie künftig als attraktiver Arbeitsplatz bestehen kann.

Die Stadt inszeniert Vielfalt – und profitiert zugleich vom Standortmarketing

Für Düsseldorf ist ein Format wie Chefs in Town Düsseldorf auch ein wirtschaftlicher Hebel: Es bindet lokale Betriebe, zieht Publikum an und erzeugt Erzählungen über eine „Gastro-Szene“, die sich als Gemeinschaft präsentiert. Diese Gemeinschaftsrhetorik ist in der Szene nicht unüblich, bekommt aber durch die Dichte der Beteiligung und die Verteilung über die Stadt eine neue Qualität. Selim Varol von What’s Beef beschrieb den Eindruck mit dem Satz: „Der Vibe bei ‘Chefs in Town’ ist ein ganz besonderer“. Als direkte Szene-Beobachtung ist das ein starker, aber auch zweischneidiger Befund: Gemeinschaft kann mobilisieren – sie ersetzt aber keine langfristigen Lösungen für Arbeitsdruck, Kosten und Verlässlichkeit.

Bemerkenswert ist außerdem, wie bewusst lokale Betriebe neben prominenten Gästen platziert wurden. Die Mitteilung nennt Kooperationen mit bekannten Namen und zugleich Beispiele, bei denen Restaurants ohne Star-Anhang mit eigenen Spezialformaten punkten konnten. Das ist für ein Stadtfestival eine wichtige Balance, weil es die Aufmerksamkeit nicht nur auf wenige Leuchttürme zieht, sondern die Breite der Betriebe sichtbar macht. Gleichzeitig dient die Inszenierung als Standortmarketing: Wer Vielfalt und Kreativität zeigt, erhöht die Attraktivität für Gäste – und indirekt auch für Fachkräfte, die eher dort arbeiten wollen, wo die Branche als modern und offen wahrgenommen wird.

Wenn Düsseldorf Gastro-Förderung als Blaupause gilt, zählt am Ende die dauerhafte Wirkung

Die Partner ziehen eine positive Bilanz und sprechen von einem Erfolgsmodell mit Vorbildcharakter für andere Städte. Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller unterstrich diese Lesart mit dem Satz: „Düsseldorf beweist damit, dass Gastronomie weit mehr ist als ein Wirtschaftsfaktor – sie ist ein Stück städtische Kultur.“ Genau diese Verbindung aus Kultur- und Wirtschaftsargument ist politisch anschlussfähig: Sie rechtfertigt Unterstützung nicht nur mit Umsätzen, sondern mit Lebensqualität, Attraktivität und sozialer Infrastruktur. Für Düsseldorf Gastro-Förderung kann das ein Vorteil sein, weil sich Maßnahmen so leichter legitimieren lassen – etwa in der Zusammenarbeit mit Kammern und Verbänden oder bei der Ansprache neuer Zielgruppen.

Die offene Frage bleibt jedoch, was von einem Festival bleibt, wenn die Scheinwerfer aus sind. Ein Wochenende kann Aufmerksamkeit erzeugen und Netzwerke sichtbar machen, aber die strukturellen Probleme der Branche lösen sich nicht im Eventrhythmus. Wenn das METRO Gastro-Festival zur Blaupause werden soll, wird es darauf ankommen, ob aus den Begegnungen verlässliche Kooperationen, Ausbildungspfade und vielleicht auch robustere Beziehungen entlang der Lieferkette entstehen. Der Anspruch, Nachwuchs zu gewinnen und zugleich die gesellschaftliche Relevanz der Gastronomie zu zeigen, ist hoch – und genau deshalb wird die Messlatte für kommende Ausgaben steigen: nicht nur beim Programm, sondern bei der Frage, ob das Format langfristig mehr ist als ein sehr gelungenes Wochenende.

Quellenhinweis:

Der Artikel basiert auf einer Pressemitteilung der METRO AG, die von unserer Redaktion um weitere Informationen ergänzt wurde.

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