DB Cargo Automotive erweitert Automotive RailNet in Kecskemét

DB Cargo Automotive und der Logistikdienstleister Große-Vehne bauen ihre Zusammenarbeit in Ungarn aus. Mit dem neuen Umschlagterminal Kecskemét erhält das Automotive RailNet einen zusätzlichen Zugangspunkt, der vor allem für die intermodale Autologistik in Südosteuropa Bedeutung gewinnen dürfte.

DB Cargo Automotive reagiert damit auf einen wachsenden Bedarf an flexibleren und stärker vernetzten Transportlösungen in der europäischen Automobilindustrie. Das Umschlagterminal Kecskemét liegt nur wenige Kilometer von einem wichtigen Produktionsstandort entfernt und verkürzt dadurch die straßenseitige Feinverteilung deutlich. Für industrielle Lieferketten, in denen planbare Taktung und kurze Reaktionszeiten entscheidend sind, kann eine solche Lage ein relevanter Wettbewerbsvorteil sein.

Seit Januar 2026 werden täglich Trailer aus Kornwestheim per Schienentransport nach Ungarn gebracht und vor Ort weiterverteilt. DB Cargo Automotive übernimmt nach eigenen Angaben die komplette Steuerung der Verkehre von der Bahnstrecke bis zum letzten Abschnitt auf der Straße. Damit soll die intermodale Autologistik nicht nur effizienter, sondern auch weniger störanfällig organisiert werden.

Das neue Terminal ist mehr als ein zusätzlicher Umschlagplatz

Das Umschlagterminal Kecskemét erweitert das Automotive RailNet nicht nur geografisch, sondern auch funktional. Der Standort verfügte bereits über Gleisanschluss und Halle, wurde nun jedoch gezielt für neue Transportströme ausgebaut. Dazu gehörten angepasste Prozesse, Testverladungen und eine engere Abstimmung zwischen DB Cargo Automotive und Große-Vehne.

Im Zentrum steht dabei ein logistisches Modell, das Straße und Schiene stärker miteinander verzahnt. Trailer werden mit einem Reachstacker verladen, also einem Spezialfahrzeug, das Ladeeinheiten im Terminal flexibel bewegen kann. Solche Anlagen sind besonders dort relevant, wo Hersteller und Zulieferer eine hohe Frequenz benötigen, ohne sämtliche Transporte auf der Straße abzuwickeln.

Die Investition stärkt Resilienz und schafft Spielraum für neue Güterströme

Die Partner wollen den Standort weiterentwickeln und planen einen zusätzlichen Reachstacker. Damit steigen die Transportkapazitäten des Terminals, zugleich entsteht mehr Redundanz im laufenden Betrieb. Aus Sicht der Industrie ist das bedeutsam, weil Unterbrechungen an einzelnen Knotenpunkten schnell ganze Lieferketten belasten können.

Perspektivisch könnten in Kecskemét auch zusätzliche Güterströme abgewickelt werden, etwa potenzielle Batteriesendungen. Das verweist auf die Verschiebungen in der europäischen Fahrzeugproduktion, bei der neue Komponenten, veränderte Werkstrukturen und kürzere Reaktionszeiten die Logistik neu ordnen. Das Automotive RailNet wird dadurch nicht nur zu einem Transportnetz, sondern zunehmend zu einem strategischen Instrument in einer Branche, die ihre Lieferketten robuster aufstellen muss.

Südosteuropa rückt stärker in den Fokus der Bahnlogistik

Mit dem Ausbau in Ungarn stärkt DB Cargo Automotive seine Präsenz in einer Region, die für Hersteller und Zulieferer weiter an Gewicht gewinnt. Südosteuropa ist zunehmend in internationale Produktionsverbünde eingebunden, während zugleich der Druck wächst, Transporte effizienter und klimaschonender zu organisieren. Ein zusätzlicher Netzzugangspunkt im Automotive RailNet kann daher sowohl bestehenden Kunden als auch neuen Auftraggebern mehr Optionen eröffnen.

Die Kooperation mit Große-Vehne unterstreicht zudem, dass große Logistiknetze häufig nicht allein durch neue Infrastruktur, sondern durch die gezielte Verknüpfung bestehender Standorte entstehen. DB Cargo Automotive setzt in Kecskemét auf eine Standortstrategie, die Nähe zur Produktion, vorhandene Schienenanbindung und skalierbare Umschlagtechnik kombiniert. Gerade in einer Phase volatiler Märkte dürfte diese Mischung für die intermodale Autologistik weiter an Bedeutung gewinnen.

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