Holbox hat den Umzug in ein neues Gebäude genutzt, um die innerbetriebliche Logistik neu aufzusetzen. Am Materialfluss im Werk in Roermond arbeitet nun eine Automatisierung, die Jungheinrich geliefert und auf den Betrieb zugeschnitten haben will. Im Zentrum stehen zwei mobile Transportroboter, die vor allem Standardwege zwischen Produktion, Lager und Versand übernehmen sollen.
Holbox verlagert damit einen Teil seiner täglichen Transporte von Menschen und klassischen Flurförderzeugen auf Maschinen. Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der viele Produktionsbetriebe ihre Intralogistik als Engpass identifizieren, weil Personal knapp ist und Sicherheitsanforderungen steigen. Für Holbox ist der Materialfluss Roermond Standort damit nicht nur ein Umzugsprojekt, sondern ein Test, wie weit sich Abläufe standardisieren lassen, ohne die Flexibilität eines mittelständischen Betriebs zu verlieren.
Automatisierung wird in der Intralogistik zum Wettbewerbsfaktor und nicht nur zur Spielerei
Die Jungheinrich Intralogistik Automatisierung setzt bei Holbox auf zwei Fahrzeuge vom Typ EKS 215a, die Transportaufträge zwischen Wareneingang, Produktion, Lager und Versand abarbeiten sollen. Solche Strecken zählen in vielen Betrieben zu den zeitintensiven Routinen, die sich relativ gut automatisieren lassen, wenn Layout und Prozesse stabil genug sind. Genau hier liegt die strategische Logik: Wer den internen Verkehr glättet, reduziert Wartezeiten an Maschinen und entlastet Personal dort, wo es schwer zu ersetzen ist.
Dass Holbox Mobile Robots einführt, ist auch ein Signal in Richtung Skalierbarkeit. Der Neubau in Roermond schafft Platz, klarere Wege und damit bessere Voraussetzungen für Robotik als ein gewachsener Altstandort. Gleichzeitig bleibt die Frage, wie robust die Lösung im Alltag ist, wenn Produktionsspitzen, kurzfristige Aufträge oder Sonderformate den Takt verändern. Die Anbieterlogik lautet zwar oft, dass Robotik genau diese Schwankungen abfedern könne, in der Praxis entscheidet aber die Prozessdisziplin im Betrieb.
Sicherheit im Mischbetrieb wird zum Lackmustest für Mobile Robots in Produktionshallen
Besonders sensibel ist das Thema EKS 215a Mischbetrieb Sicherheit, weil Roboter nicht in einer abgeschotteten Zone fahren, sondern zwischen Menschen und manuell bedienten Fahrzeugen. Jungheinrich setzt laut Projektbeschreibung auf Laserscanner und Sensorik, ergänzt um serienmäßige Personenschutzsensoren, die den Fahrweg abhängig von der Geschwindigkeit überwachen. Im Kern geht es darum, dass die Systeme Hindernisse erkennen und kontrolliert abbremsen oder stoppen, bevor es zu kritischen Situationen kommt.
Interessant ist die zusätzliche Sicherheitssensorik, die Hindernisse oberhalb der üblichen Erkennungshöhe erfassen soll. Damit adressiert das Projekt ein reales Risiko in Hallen, in denen Lasten angehoben sind oder sich Geometrien ändern, etwa durch Stapel, Überstände oder bewegte Güter. Wenn ein Roboter in solchen Situationen automatisch die Geschwindigkeit reduziert oder stehen bleibt, erhöht das die Sicherheitsmarge, kann aber auch die Durchsatzleistung drücken. Die Praxis wird zeigen, ob das Verhältnis aus Schutz und Produktivität für Holbox Mobile Robots aufgeht oder ob die Anlagen im Zweifel zu oft konservativ reagieren.
Maßanfertigung entscheidet, ob Robotik mehr ist als ein Pilotprojekt
Ein zentraler Punkt ist die Anpassung an die Güter, die Holbox im Betrieb bewegt. Die speziell entwickelte Mehrfachgabel soll nicht nur Euro- und Industriepaletten transportieren, sondern auch übergroße Papierpaletten, die in der Displayproduktion offenbar eine Rolle spielen. Solche Details sind in Automatisierungsprojekten häufig entscheidend, weil Standardhardware schnell an Grenzen stößt, wenn Lastträger und Formate variieren. Für den Materialfluss Roermond Standort kann die Maßanfertigung damit den Unterschied machen zwischen einer Insellösung und einem System, das tatsächlich den Alltag trägt.
Holbox arbeitet entlang einer breiten Wertschöpfung, von Konzeption und Druck bis zur Weiterverarbeitung von Kartondisplays. Das bedeutet viele Schnittstellen und potenziell wechselnde Materialströme, was Automatisierung anspruchsvoller macht als in einer reinen Serienfertigung. Dass Jungheinrich Intralogistik Automatisierung zusätzlich auf Lithium-Ionen-Batterien bei weiteren Flurförderzeugen verweist, passt in das Bild einer modernisierten Halle, ist aber vor allem ein Effizienzthema im laufenden Betrieb. Entscheidend bleibt, ob die EKS 215a Mischbetrieb Sicherheit dauerhaft stabil liefert und ob sich die Entlastung im Personal wirklich in messbare Produktivitätsgewinne übersetzt.
Quellenhinweis:
Der Artikel basiert auf einer Pressemitteilung von Jungheinrich, die von unserer Redaktion um weitere Informationen ergänzt wurde.


