Jungheinrich erhält A im CDP-Klimaschutzrating

Jungheinrich hat im Klimaschutzrating der Non-Profit-Organisation CDP die Note A erreicht. Für den Konzern ist das ein Signal an Kunden, Investoren und Mitarbeitende, dass Klimadaten und Reduktionspfade inzwischen genauso aufmerksam gelesen werden wie Bilanzen.

Das Jungheinrich CDP Rating fällt damit erstmals in die höchste Kategorie, die CDP als „Leadership“ einordnet. Nach Angaben des Unternehmens habe sich die Bewertung seit der ersten Teilnahme 2021 Schritt für Schritt verbessert, zuletzt habe es 2024 ein B gegeben, nun folge A. CDP analysiere dafür Angaben von rund 20.000 Unternehmen, nur ein kleiner Teil, laut Mitteilung vier Prozent, erreiche die Spitzennote. Für einen Hamburg Intralogistik Anbieter ist diese externe Einordnung auch deshalb relevant, weil viele Industriekunden ihre Lieferanten inzwischen systematisch nach Klima- und Transparenzkriterien auswählen.

Allerdings ist ein A keine Plakette für bereits gelöste Probleme, sondern vor allem eine Aussage über Nachvollziehbarkeit, Zielsysteme und Fortschritte bei der Emissionsminderung. CDP lebt von detaillierten Offenlegungen, die dann nach festen Kriterien bewertet werden, der Blick richtet sich also stark auf Datenqualität und Steuerung. Genau darin liegt die Wirkung solcher Ratings: Sie setzen Standards dafür, wie Unternehmen ihre Klimatransparenz belegen müssen, um im Wettbewerb nicht als Nachzügler zu gelten. Das Jungheinrich CDP Rating dürfte daher weniger als Endpunkt, sondern als Zwischenstand in einem Umfeld gelten, das sich in Richtung strengere Nachweise bewegt.

Ein A-Rating wird in der Intralogistik zunehmend zum Marktsignal

In einer Branche, die von energieintensiven Lieferketten, Stahl, Batterien, Transport und Serviceeinsätzen geprägt ist, entscheiden sich Klimaziele nicht nur im eigenen Werk. Jungheinrich positioniere sich laut Mitteilung als „Sustainability Enabler“ und verknüpfe das Rating mit dem Anspruch, Kunden bei deren Klimazielen zu unterstützen. Das ist strategisch plausibel, weil Intralogistik nicht nur Gabelstapler meint, sondern einen zentralen Teil moderner Lager- und Warenströme, also genau jene Infrastruktur, die viele Unternehmen effizienter und zugleich klimafreundlicher aufstellen wollen. Ein gutes Rating kann hier zum Vertrauensargument werden, gerade wenn Ausschreibungen und Einkaufsabteilungen Nachhaltigkeitskriterien stärker gewichten.

Dass Jungheinrich schon zuvor mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis in Verbindung gebracht wurde und nun auf CDP verweist, zeigt, wie sehr der Wettbewerb um Glaubwürdigkeit über externe Benchmarks läuft. Für Abnehmer zählt am Ende, ob sich Reduktionen messen und über Jahre fortschreiben lassen, ohne dass die Kosten explodieren oder die Verfügbarkeit leidet. Ratings ersetzen keine technischen Lösungen, können aber Druck erzeugen, Investitionen nicht aufzuschieben. In diesem Sinne wirkt das A wie eine Art Markierung, wo sich die Messlatte in der Intralogistik Klimastrategie inzwischen befindet.

Der entscheidende Prüfstein liegt bei den Emissionen entlang der Wertschöpfung

Jungheinrich verweist darauf, dass die eigenen Klimaziele durch die Science Based Targets initiative validiert worden seien. Bis 2050 wolle der Konzern Netto-Null-Treibhausgasemissionen in den Scopes 1 bis 3 erreichen, also von direkten Emissionen bis hin zu vor- und nachgelagerten Effekten, etwa in Lieferketten und Nutzung. Gerade diese Scope-3-Emissionen gelten in vielen Industriezweigen als größter Brocken und als der Bereich, der sich am schwierigsten steuern lässt, weil er stark von Zulieferern und Kunden abhängt. Wenn Jungheinrich Netto-Null ernsthaft erreichen will, muss die Steuerung deshalb über das Werkstor hinaus funktionieren.

Für 2024 meldet das Unternehmen eine Emissionsreduktion von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist ein Fortschritt, sagt aber noch wenig darüber aus, wie stabil der Pfad ist, etwa bei konjunkturellen Schwankungen oder veränderten Absatzmärkten. Genau hier liegt die Bedeutung des Ratings als Kontrollinstrument, weil es Prozesse und Transparenz belohnt und nicht nur punktuelle Erfolge. Zugleich bleibt die Frage, wie schnell sich aus Zielsystemen messbare, dauerhafte Veränderungen in Produkten und Lieferketten ableiten lassen.

Elektromobilität im Service und Kreislaufansätze liefern messbare Effekte, verlangen aber Durchhaltevermögen

Ein zentraler Hebel soll laut Mitteilung die Elektrifizierung der eigenen Kundendienstflotte sein. In der Schweiz fahre bereits mehr als die Hälfte der Kundendienstfahrzeuge vollelektrisch, bis 2028 seien weltweit rund 2.000 E-Fahrzeuge im Kundendienst geplant. Das ist operativ relevant, weil Servicefahrten in einem globalen Geschäft nicht nur Kosten, sondern auch direkte Emissionen verursachen. Der Schritt passt in die Logik, dass Unternehmen zuerst dort ansetzen, wo sie selbst sofort entscheiden können, bevor komplexere Teile der Lieferkette folgen.

Daneben betont Jungheinrich Kreislaufwirtschaft, insbesondere bei der Wiederaufarbeitung, bei der bis zu 99 Prozent Wiederverwendung und Recycling pro Fahrzeug erreicht würden. Solche Zahlen klingen stark, sind aber auch ein Härtetest für Prozesse, Verfügbarkeit von Ersatzteilen und die Akzeptanz im Markt, denn Refurbishment muss zuverlässig und wirtschaftlich sein. Gerade in der Intralogistik, wo Ausfallzeiten teuer sind, entscheidet sich der Erfolg daran, ob Nachhaltigkeit und Betriebssicherheit zusammengehen. In der Summe deutet das darauf hin, dass Jungheinrich CDP Rating und Jungheinrich Netto-Null nicht nur Kommunikationspunkte sind, sondern an konkrete Umstellungen im Alltag gekoppelt werden müssen, damit der Vorsprung nicht nur auf dem Papier steht.

Quellenhinweis:

Der Artikel basiert auf einer Pressemitteilung von Jungheinrich, die von unserer Redaktion um weitere Informationen ergänzt wurde.

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