Jungheinrich Mobile Robots automatisieren HELMA Kartoffellogistik in Sittensen

Beim Kartoffelgroßhändler HELMA in Sittensen übernimmt erstmals ein fahrerloses Fahrzeug wiederkehrende Palettentransporte zwischen Abfüllung, Lager und Warenausgang. Die Intralogistik Automatisierung Sittensen gilt damit als Beispiel dafür, wie niedrigschwellige Automatisierung in der Lebensmittel-Logistik aussehen kann.

HELMA setzt am Standort Sittensen auf eine Lösung von Jungheinrich, die palettierte Ware über definierte Strecken in der Abfüll- und Lagerumgebung bewegt. Nach Angaben aus dem Projekt wird der Transport so organisiert, dass ein einzelnes Fahrzeug mehrere Übergabepunkte bedient und damit Routinetätigkeiten übernimmt, die sonst Personal binden. In der Praxis geht es um standardisierte Wege, feste Ladeeinheiten und planbare Taktungen, also genau jene Aufgaben, bei denen sich Automatisierung im Lager häufig zuerst rechnet.

Zum Einsatz kommt dabei ein EKS 215a Hochhubstapler, der als Fahrerloses Transportfahrzeug ausgelegt ist und auf rund 120 Metern verschiedene Transporte abarbeitet. Dazu zählen Fahrten in zwei Blocklagerbereiche, Bewegungen zwischen Förderstationen sowie die Versorgung der Abfüllung mit Leerpaletten. Für HELMA Kartoffellogistik ist das weniger ein Sprung in die Vollautomatisierung als ein Einstieg, der später erweitert werden soll und zunächst die wiederkehrenden Basisprozesse stabilisiert.

Der Einstieg mit einem Fahrzeug ist vor allem ein Signal an den Markt

Dass ein einzelnes System im Mittelpunkt steht, ist aus redaktioneller Sicht die eigentliche Nachricht. Viele mittelständische Betriebe zögern bei Automatisierung, weil sie komplexe IT-Projekte, hohe Investitionssummen oder lange Umbauphasen befürchten. Die Intralogistik Automatisierung Sittensen wird hingegen als modularer Schritt beschrieben, bei dem der Nutzen über Entlastung und Prozesssicherheit kommen soll, nicht über maximale technische Raffinesse.

HELMA-Vertreter bewerten den Effekt entsprechend pragmatisch. „Es ist faszinierend, wie stark uns schon ein einzelnes automatisiertes Fahrzeug unterstützen, entlasten und dabei einen ebenso performanten wie sicheren Warentranstransport sicherstellen kann. Über die gute Beratung und Betreuung durch Jungheinrich hinaus hat uns auch die sehr einfache und intuitive Steuerung des Systems überzeugt“, so Florian Brunkhorst, IT-Leiter und Prokurist bei HELMA. Damit rückt weniger die Maschine selbst in den Vordergrund als die Frage, ob sich Automatisierung mit überschaubarem Risiko in den Alltag integrieren lässt.

Entscheidend ist die Einbindung in bestehende Technik statt ein Neubau

Für die Wirtschaftlichkeit solcher Projekte ist meist nicht die maximale Geschwindigkeit entscheidend, sondern die Anschlussfähigkeit an vorhandene Abläufe. Jungheinrich spricht in diesem Zusammenhang von einem Stand-alone-System mit Fördertechnik-Anbindung, also einer Lösung, die ohne vollständige Umgestaltung der Halle auskommen soll. Gerade in der Lebensmittel-Logistik, in der Flächen knapp und Prozesse stark getaktet sind, wird Integration häufig zum Engpass, weil Förderstrecken, Übergabepunkte und Lagerlogik zusammenpassen müssen.

Die Steuerung soll über ein Logistik-Interface mit webbasiertem Blick auf Aufträge und Fahrzeugstatus funktionieren. „Dank Logistik-Interface mit webbasierter Visualisierung geht die Bedienung des Systems per Tablet sehr leicht von der Hand. Mitarbeitende können Transportaufträge jederzeit auf Knopfdruck starten, verfolgen oder beenden“, sagt Markus Schaak, Senior Projektleiter Mobile Robots bei Jungheinrich. Das ist auch eine strategische Botschaft von Jungheinrich Mobile Robots: Die Hürde soll weniger technisch wirken, sondern eher wie eine Erweiterung der täglichen Disposition.

Automatisierte Intralogistik wird zur Antwort auf Personal- und Kostendruck

Dass ausgerechnet einfache Transporte adressiert werden, passt zu einem breiteren Trend in Lager und Produktion. Der Druck auf Kosten, Lieferfähigkeit und Personalplanung steigt, zugleich sind viele Betriebe gezwungen, Schichtmodelle stabil abzudecken und saisonale Spitzen abzufangen. HELMA betreibt das System laut Projektangaben im 16/5-Schichtmodell, zudem setze die Lösung auf Lithium-Ionen-Antrieb und automatische Ladefunktion, also auf Betriebslogik, die Stillstandszeiten reduzieren soll.

Langfristig ist die HELMA Kartoffellogistik damit nicht nur ein Einzelfall, sondern ein Hinweis auf die Richtung des Marktes. Wenn sich Einstiegsprojekte bewähren, dürfte der Wettbewerb um standardisierte Automatisierungsbausteine zunehmen, gerade dort, wo Bestandsgebäude dominieren und schnelle Umrüstung zählt. Die Intralogistik Automatisierung Sittensen zeigt vor allem, dass die Debatte über Automatisierung nicht bei High-End-Robotik beginnen muss, sondern bei den wiederkehrenden Wegen, die jeden Tag zuverlässig funktionieren müssen.

Quellenhinweis:

Der Artikel basiert auf einer Pressemitteilung von Jungheinrich, die von unserer Redaktion um weitere Informationen ergänzt wurde.

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