Jungheinrich OEM Center bei Shanghai soll AntOn schneller skalieren

Jungheinrich baut seine Aktivitäten im Einstiegssegment aus und verankert dafür zentrale Steuerung in China. Das neue Jungheinrich OEM Center am Standort Qingpu bei Shanghai soll dabei eine Schlüsselrolle übernehmen und wird vom Unternehmen als Baustein der Strategie 2030+ eingeordnet.

Am Werk in Qingpu bündelt Jungheinrich nach eigenen Angaben Aufgaben, die bei preislich sensiblen Geräten oft über Tempo und Kosten entscheiden. Dazu zählten etwa Beschaffung, Konformitätsprüfung, Qualitätssicherung und Garantieabwicklung, die bislang stärker verteilt organisiert waren. Hinter dem Ansatz steht das OEM-Prinzip, bei dem externe Hersteller fertigen und Jungheinrich die Produkte unter eigener Marke vertreibt. Damit soll das AntOn Einstiegsportfolio weltweit besser steuerbar werden, ohne jede Entwicklungs und Produktionsstufe selbst aufzubauen.

Die Nähe zu Lieferanten im Großraum Shanghai ist dabei nicht nur eine Kostenfrage, sondern auch eine Frage der Prozessgeschwindigkeit. Wenn Abstimmungen, Tests und Freigaben am selben Ort zusammenlaufen, lassen sich Änderungen an Komponenten schneller umsetzen und Markteinführungen besser takten. Für Jungheinrich ist das auch eine organisatorische Verdichtung, weil sich die Zusammenarbeit mit OEM-Partnerschaften an einem Knotenpunkt konzentriert. Ziel sei es laut Unternehmen, Produkte schneller und konsistenter in unterschiedliche Regionen zu bringen.

Die Strategie 2030+ setzt im Einstiegsmarkt auf Standardisierung statt Sonderwege

Jungheinrich verbindet das Zentrum ausdrücklich mit der Strategie 2030+ und damit mit der Frage, wie sich Wachstum im unteren Preissegment kontrolliert absichern lässt. Gerade dort können Rückläufer und Nacharbeit schnell die Kalkulation belasten, weshalb das Unternehmen auf globale Standards verweist und den Aufwand für Abstimmung reduzieren will. Vertriebsvorständin Nadine Despineux sagte: „Die Eröffnung des Global OEM Centers ist ein wichtiger Beitrag zu Jungheinrichs Strategie 2030+. Mit der Bündelung zentraler Funktionen und der engen Anbindung an lokale Lieferanten beschleunigen wir unsere Time-to-Market-Fähigkeiten, stärken unser globales Einstiegsportfolio und sichern wettbewerbsfähige OEM-Produkte“. Der Satz macht deutlich, dass Jungheinrich das AntOn Einstiegsportfolio nicht als Nebenlinie betrachtet, sondern als strategisches Gegengewicht im Preiskampf.

Intralogistik China wird zum Hebel für Tempo, aber auch zum Abhängigkeitsfaktor

Die Entscheidung für Qingpu passt zu einer Lage, in der Intralogistik China für viele Industriefirmen ein zentraler Baustein der globalen Versorgung geworden ist. Wer dort näher an Fertigung und Zulieferung sitzt, kann Lieferzeiten verkürzen und die Versorgung mit Komponenten stabiler organisieren, was in fragilen Märkten ein Wettbewerbsvorteil sein kann. Zugleich wächst die Abhängigkeit von Rahmenbedingungen, die sich politisch und regulatorisch rasch ändern können, von Handelskonflikten bis zu lokalen Vorgaben. Jungheinrich setzt mit dem neuen Zentrum damit nicht nur auf Effizienz, sondern nimmt auch in Kauf, dass ein größerer Teil der Wertschöpfungslogik stärker an Asien gebunden ist.

Quellenhinweis:

Der Artikel basiert auf einer Pressemitteilung von Jungheinrich, die von unserer Redaktion um weitere Informationen ergänzt wurde.

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