LEW Verteilnetz Investition macht Umspannwerk Holzheim Ausbau im Donau-Ries sichtbar

Im Landkreis Donau-Ries ist ein Netzknoten modernisiert worden, der für die Stabilität des Energiesystems wichtiger wird als manche Erzeugungsanlage. Die LEW Verteilnetz GmbH hat das Umspannwerk Holzheim erweitert, um mehr erneuerbaren Strom aufnehmen und in das regionale Netz bringen zu können.

Nach Angaben des Unternehmens habe das Projekt rund 3,5 Millionen Euro gekostet und etwa ein Jahr gedauert. Der Umspannwerk Holzheim Ausbau solle zusätzliche Einspeisung aus dezentralen Anlagen integrieren, etwa aus Solarparks. Solche Stationen entscheiden zunehmend darüber, ob neue Erzeugung tatsächlich nutzbar wird, weil sie Stromflüsse bündeln und in die nächste Netzebene übergeben.

Technisch setze LEW Verteilnetz auf ein neues Technikgebäude und einen zusätzlichen 40-MVA-Transformator. Die Arbeiten seien im laufenden Betrieb erfolgt, Einschränkungen für Kundinnen und Kunden habe es nicht gegeben. Auch eine Begrünung ehemaliger Baustellenflächen mit heimischen Sträuchern wie Salzweiden und Schlehen sei vorgesehen, was den Eingriff vor Ort abmildern soll.

Das Energiewende Stromverteilnetz wird zur Standortfrage, weil Anschlüsse zum Engpass werden

Der Netzausbau Donau-Ries steht exemplarisch für die neue Logik der Energiewende: Der Flaschenhals liegt immer häufiger nicht bei der Erzeugung, sondern im Verteilnetz. Je mehr Strom dezentral anfällt, desto stärker müssen Netze schwankende Einspeisung aufnehmen, regeln und sicher verteilen. Für Gemeinden und Projektierer wird damit die Frage zentral, ob ein Anschluss zeitnah möglich ist oder Vorhaben auf Papier bleiben.

Die Lechwerke, zu denen die Netztochter gehört, verweisen auf ein Investitionsprogramm von rund 1,3 Milliarden Euro innerhalb von fünf Jahren, das überwiegend in regionale Netze fließen solle. Das ist ein Hinweis darauf, wie kapitalintensiv der Umbau des Systems wird, selbst bevor große Übertragungsprojekte wirken. In dieser Linie ist die LEW Verteilnetz Investition in Holzheim weniger ein Einzelfall als ein Baustein, der das Energiewende Stromverteilnetz schrittweise belastbarer machen soll.

Beschaffung und Digitalisierung sollen Tempo erhöhen, schaffen aber neue Abhängigkeiten

Um Materialrisiken zu reduzieren, beteiligt sich LEW Verteilnetz laut Mitteilung an einer konzernweiten Beschaffungsinitiative von E.ON. Für rund 300 Millionen Euro wolle man Komponenten sichern, darunter Transformatoren, Schaltanlagen, Ortsnetzstationen sowie Mittel- und Niederspannungskabel. Solche Langfristverträge können Lieferketten stabilisieren und Planung erleichtern, sie zeigen aber auch, wie knapp zentrale Bauteile geworden sind.

Daneben setzt das Unternehmen auf Netzdigitalisierung und Smartifizierung, um Betrieb und Anschlussprozesse effizienter zu machen. Als Beispiel wird das Pilotprojekt „Einspeisesteckdose“ genannt, das den Netzanschluss erneuerbarer Anlagen vereinfachen soll. Solche Instrumente können Abläufe beschleunigen, lösen aber nicht das Grundproblem fehlender Kapazität. Beim Umspannwerk Holzheim Ausbau bleibt entscheidend, dass zusätzliche Technik verfügbar ist und der Netzausbau Donau-Ries Schritt hält.

Quellenhinweis:

Der Artikel basiert auf einer Pressemitteilung von LEW, die von unserer Redaktion um weitere Informationen ergänzt wurde.

Schreibe einen Kommentar