MAKRO Spanien verlagert einen Teil seiner Versorgung für Gastronomiekunden näher an die regionalen Märkte. Mit dem neuen Lager in Galdakao bei Bilbao will der Großhändler seine Food Service Distribution im Norden des Landes effizienter organisieren und stärker auf die Anforderungen der Gastronomie Nordspanien ausrichten.
Das neue Depot in Galdakao ist für MAKRO Spanien mehr als eine zusätzliche Lagerfläche. Es ist die erste Plattform des Unternehmens in Nordspanien, die speziell auf die Belieferung von Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung ausgerichtet ist. Die Logistik Galdakao soll Kunden im Baskenland, in Asturien, Kantabrien und Navarra versorgen, also in Regionen, in denen kurze Wege, verlässliche Kühlketten und planbare Lieferfenster für Küchenbetriebe besonders wichtig sind.
Nach Unternehmensangaben verfügt die Anlage über 13.000 Quadratmeter Fläche, 18 Laderampen und Kapazität für mehr als 7.500 Paletten. Das Lager ist als Multitemperatur-Lager ausgelegt und kann Trockenware, gekühlte Produkte, Tiefkühlware sowie frisches Obst und Gemüse parallel abwickeln. Für Gastronomiebetriebe bedeutet Food Service Distribution vor allem, dass Bestellungen nicht nur im Großmarkt eingekauft, sondern direkt in den Betriebsalltag geliefert werden können.
Die regionale Plattform verschiebt Arbeit aus den Großmärkten in die Logistik
Bislang wurden FSD-Bestellungen für die genannten Regionen über nationale Plattformen und regionale Großhandelsmärkte vorbereitet. Von dort aus erfolgte die letzte Lieferstrecke zu den Kunden. Mit der regionalen Plattform will MAKRO Spanien nun nach eigenen Angaben 93 Prozent der Bestellungen für diese Gebiete direkt aus Galdakao bedienen. Das dürfte die Lieferketten verkürzen und zugleich die Märkte entlasten.
Für den Großhändler ist diese Verschiebung strategisch relevant. Wenn weniger operative Bestellvorbereitung in den Märkten anfällt, können diese stärker als Beratungs- und Verkaufsorte für professionelle Kunden genutzt werden. Gerade kleinere Restaurants, Bars und Hotels sind häufig auf verlässliche Warenverfügbarkeit angewiesen, haben aber nicht immer die personellen Ressourcen für umfangreiche Einkaufstouren. Die Logistik Galdakao wird damit zu einem Baustein in einem Geschäftsmodell, das den klassischen Cash-and-Carry-Handel stärker mit Lieferdiensten verbindet.
Der Foodservice-Vertrieb wird für Großhändler zum Wachstumsfeld
Die Investition fällt in eine Phase, in der sich der Wettbewerb im Gastronomiebedarf verändert. Professionelle Kunden erwarten zunehmend digitale Bestellung, planbare Belieferung und eine breite Produktauswahl aus einer Hand. MAKRO Spanien gibt an, dass die neue Anlage täglich bis zu 2.000 Bestellungen aus einem Sortiment von bis zu 40.000 Artikeln abwickeln kann. Davon sollen rund 3.400 Produktlinien besonders auf die Nachfrage des Gastgewerbes zugeschnitten sein.
Für die Gastronomie Nordspanien kann eine solche Struktur vor allem dann relevant werden, wenn sie Verfügbarkeit und Lieferstabilität verbessert. In Regionen mit verstreuten Kundenstandorten hängt der wirtschaftliche Nutzen nicht allein von der Lagergröße ab, sondern von Tourenplanung, Frischemanagement und der Fähigkeit, kurzfristige Nachfragen zuverlässig zu bedienen. Das Unternehmen prüfe deshalb auch neue Lieferrouten, um weitere Gastronomiekunden in die Food Service Distribution einzubinden.
Die Eröffnung ist Teil eines größeren Umbaus des spanischen Logistiknetzes
Das Lager in Bizkaia steht nicht isoliert, sondern gehört zu einer seit 2022 laufenden Neuordnung des landesweiten Logistiknetzes. MAKRO Spanien will den Foodservice-Vertrieb ausbauen und dafür offenbar stärker regionalisierte Strukturen schaffen. In den autonomen Gemeinschaften Baskenland, Asturien, Kantabrien und Navarra werden nach Unternehmensangaben bereits 35 Prozent des Umsatzes über FSD erzielt.
Mit der neuen Plattform verfolgt der Großhändler das Ziel, diesen Anteil in den kommenden Jahren zu verdoppeln. Ob das gelingt, dürfte davon abhängen, wie konsequent die Logistik Galdakao die Erwartungen professioneller Küchen erfüllt. Für den Markt ist die Eröffnung dennoch ein Signal: Der Großhandel für Lebensmittel entwickelt sich zunehmend vom Abholgeschäft zu einem eng getakteten Liefer- und Servicemodell für die Gastronomie.


