RWE und Meta weiten ihre Zusammenarbeit auf ein viertes US-Solarprojekt aus. Das Solarprojekt Rabbit’s Foot mit 298 Megawatt soll Ende 2027 ans Netz gehen und Meta über einen langfristigen Stromabnahmevertrag in Texas versorgen. Für RWE stärkt das Vorhaben zugleich die Position bei der Solarenergie in den USA.
Ein Power Purchase Agreement sichert einem Stromerzeuger über viele Jahre einen festen Abnehmer, während der Kunde kalkulierbaren Zugang zu der vereinbarten Erzeugungsmenge erhält. Beim Solarprojekt Rabbit’s Foot verbindet dieses Modell den Ausbau neuer Kapazitäten mit Metas Ziel, den Strombedarf seiner Aktivitäten vollständig durch saubere Energie abzudecken. Der Stromabnahmevertrag in Texas ist damit nicht nur ein Beschaffungsgeschäft, sondern auch ein Instrument zur Finanzierung und Absicherung des Anlagenbaus. Mit den Bauarbeiten wurde bereits Anfang 2026 begonnen, der kommerzielle Betrieb ist bis Ende 2027 vorgesehen.
Der vierte Vertrag macht aus Einzelprojekten eine strategische Lieferbeziehung
RWE und Meta haben seit 2024 bereits drei weitere Abnahmeverträge für Solarprojekte in Illinois, Louisiana und Texas geschlossen. Die bisher vereinbarte Leistung von 574 Megawatt steigt mit Rabbit’s Foot auf insgesamt 872 Megawatt. Damit entsteht schrittweise ein regional verteiltes Portfolio, das nicht von einem einzelnen Standort abhängt und zugleich mehrere Strommärkte im Süden und Mittleren Westen der USA berührt. Für RWE bedeutet diese Serie vertraglich gebundene Nachfrage, für Meta eine breitere Basis zur Deckung des eigenen Energiebedarfs.
Die Größenordnung zeigt zudem, dass die Kooperation über ein einzelnes Vorzeigeprojekt hinausgeht. Emily Solar in Illinois steuert 274 Megawatt bei, Lafitte Solar in Louisiana 100 Megawatt und Waterloo Solar in Texas 200 Megawatt. Rabbit’s Foot ist mit 298 Megawatt das größte der vier Vorhaben. Die Partnerschaft erhält dadurch einen strategischen Charakter, weil beide Unternehmen ihre Ausbau- und Beschaffungspläne über mehrere Jahre und Bundesstaaten miteinander verzahnen.
Der Solarpark soll in der Region vor allem langfristige Einnahmen auslösen
Während der Bauphase rechnet RWE mit knapp 200 Bauarbeitsplätzen. Dauerhafter als dieser vorübergehende Beschäftigungseffekt könnten die erwarteten Steuereinnahmen ausfallen, die sich über 40 Jahre auf mehr als 50 Millionen US-Dollar summieren sollen. Davon sollen Bowie County, der örtliche Schulbezirk, das Texarkana College und ein regionaler Rettungsdienst profitieren. Auch Straßen, technische Ausbildungsangebote und weitere Infrastruktur könnten über diese Mittel finanziert werden.
Für die regionale Bewertung ist deshalb weniger die Zahl der kurzfristigen Stellen entscheidend als die Frage, ob die prognostizierten Einnahmen tatsächlich über Jahrzehnte verlässlich anfallen. Das Projekt verbindet private Energieverträge mit öffentlichen Haushaltswirkungen, ohne dass daraus automatisch ein breiter industrieller Strukturwandel folgt. Gleichwohl kann ein Solarpark dieser Größe für eine ländlich geprägte Region eine stabile zusätzliche Steuerbasis schaffen, sofern Bau, Betrieb und fiskalische Zusagen wie geplant umgesetzt werden.
RWE verknüpft den Vertrag mit einem deutlich größeren Ausbauplan in den USA
RWE betreibt in 27 US-Bundesstaaten bereits Anlagen mit zusammen rund 13 Gigawatt Leistung. Zum Portfolio gehören Windkraft, Solarparks und Batteriespeicher. Bis 2031 will der Konzern netto 17 Milliarden Euro investieren und neun Gigawatt neue Kapazität hinzufügen, wodurch die installierte Leistung auf 22 Gigawatt steigen soll. Fast die Hälfte des weltweit vorgesehenen Investitionsvolumens von 35 Milliarden Euro ist damit für den US-Markt eingeplant.
Das Solarprojekt Rabbit’s Foot ist innerhalb dieses Programms ein einzelner Baustein, liefert aber ein Beispiel für die kommerzielle Logik hinter dem Ausbau der Solarenergie in den USA. Langfristige Abnahmeverträge können Investitionen planbarer machen, während große Unternehmenskunden ihre Beschaffung an eigene Energieziele koppeln. Zugleich setzt RWE nicht ausschließlich auf wetterabhängige Erzeugung, sondern plant auch zusätzliche flexible Gaskraftwerke. Der Konzern verfolgt damit eine breitere Strategie, in der Solarstrom, Windenergie, Speicher und regelbare Kapazitäten gemeinsam die Position im US-Energiemarkt stärken sollen.


